Karzinome

Wird anlässlich einer Schilddrüsenoperation ein Schilddrüsenkarzinom histologisch entdeckt, erfolgt in aller Regel eine Nachresektion, um möglichst alles noch vorhandene Schilddrüsengewebe im Halsbereich zu entfernen.

Handelt es sich histologisch um ein differenziertes follikuläres oder papilläres Schilddrüsenkarzinom, erfolgt 4-5 Wochen nach Durchführung des zweiten operativen Eingriffes eine erste Radiojod-Behandlung. Mit dieser Therapie sollen auch die letzten Reste des noch verbliebenen Schilddrüsengewebes im Halsbereich entfernt werden. Im Rahmen dieser Behandlung wird auch ein "Ganzkörperszintigramm" mit Hilfe der Therapieaktivität aufgenommen, um möglicherweise bereits vorhandene Radiojod speichernde Metastasen zu entdecken.

Unabhängig davon, ob Metastasen entdeckt wurden, folgt 3-4 Monate nach der ersten Radiojod- Behandlung eine zweite Radiojod-Therapie, um auch evtl. vorhandene Mikrometastasen sicher auszuschalten. Anlässlich dieser Therapie wird mit Hilfe der Therapieaktivität ein Ganzkörperszintigramm aufgenommen. Vor der zweiten Therapie muss nach ärztlicher Anweisung das zwischenzeitlich zur Schilddrüsenhormonsubstitution erforderliche Schilddrüsenhormonpräparat abgesetzt werden.

Das weitere Vorgehen nach Durchführung der zweiten Radiojodbehandlung ist abhängig von dem ursprünglichen Tumorstadium und der Tumorgrösse und wird in einem speziellen Nachsorgeplan für jeden Patienten individuell durch den Nuklearmedizinischen Strahlen-Therapeuten festgelegt.

Bild:
Schilddrüsenszintigramm eines Patienten mit Schilddrüsenkarzinom. Innerhalb der erheblichen Struma lassen sich multiple Bezirke verminderter Anreicherung der Testsubstanz erkennen, welche karzinomatösen Umwandlungen entsprachen.


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